Ölreserven-Monitor · USA

Strategische Ölreserve der USA: Wie voll die SPR ist und warum das auch dein Heizöl betrifft

Symbolbild für die USA und ihre strategische Ölreserve SPR

In der strategischen Ölreserve der USA (Strategic Petroleum Reserve, SPR) lagen in der Woche bis 11. September 2026 noch 285,0 Millionen Barrel Rohöl, so die Wochendaten der US-Energiestatistikbehörde EIA vom 16. September; bereits am Vortag hatte Reuters gemeldet, die Reserve sei auf den tiefsten Stand seit 1982 gefallen. Ende Februar, vor der Freigabe, waren es 415,4 Millionen Barrel (EIA), seither also 130,5 Millionen weniger (eigene Rechnung). Die Freigabe 2026 läuft als Leihgeschäft, nicht als Verkauf: Das US-Energieministerium (DOE) erwartet rund 200 Millionen Barrel zurück, und dieses Auffüllen bewegt 2027 auch den Markt, an dem dein Heizöl hängt.

1. Wie voll ist die US-Ölreserve gerade?

285,0 Millionen Barrel: So viel Rohöl lag in der Woche bis Freitag, 11. September 2026, in der SPR (EIA). Der Bestand sinkt seit Anfang August jede Woche, aber immer langsamer: In der Woche bis 14. August flossen 5,3 Millionen Barrel ab, in der Woche bis 11. September nur noch 0,4 Millionen (eigene Rechnung aus der EIA-Reihe). Vor einem Jahr lagen 405,7 Millionen Barrel in den Kavernen (EIA). Gemessen an der genehmigten Lagerkapazität von 714 Millionen Barrel (DOE) ist die Reserve zu 39,9 Prozent gefüllt (eigene Rechnung).

ZeitpunktSPR (Mio. Barrel)Reihe
Dezember 2025 (Monatsende)413,5EIA MCSSTUS1
Januar 2026 (Monatsende)415,2EIA MCSSTUS1
Februar 2026 (Monatsende)415,4EIA MCSSTUS1
März 2026 (Monatsende)414,8EIA MCSSTUS1
April 2026 (Monatsende)394,5EIA MCSSTUS1
Mai 2026 (Monatsende)355,4EIA MCSSTUS1
Juni 2026 (Monatsende)322,2EIA MCSSTUS1
07.08.2026 (Wochenende (Freitag))298,7EIA WCSSTUS1
14.08.2026 (Wochenende (Freitag))293,4EIA WCSSTUS1
21.08.2026 (Wochenende (Freitag))289,7EIA WCSSTUS1
28.08.2026 (Wochenende (Freitag))286,6EIA WCSSTUS1
04.09.2026 (Wochenende (Freitag))285,4EIA WCSSTUS1
11.09.2026 (Wochenende (Freitag))285,0EIA WCSSTUS1

Die Tabelle verbindet zwei EIA-Reihen: Monatsendwerte (MCSSTUS1) bis Juni, zuletzt am 31. August veröffentlicht, und Wochenwerte (WCSSTUS1) ab August. Die Wochenzahl erscheint mittwochs um 16:30 Uhr deutscher Sommerzeit (14:30 UTC), die nächste am 23. September. Vorsicht beim Vergleichen: Das DOE nannte auf seiner Faktenseite 294,1 Millionen Barrel zum 20. August, die EIA für die Woche bis 21. August 289,7 Millionen; beide Zahlen gehören nicht in eine gemeinsame Reihe. Warum Barrel allein wenig über die Reichweite sagen, steht im Lexikon unter Lagerreichweite.

2. Wie groß war die SPR, und wofür gibt es sie?

Ihren Höchststand erreichte die SPR am 27. Dezember 2009 mit 726,6 Millionen Barrel; heute enthält sie noch 39,2 Prozent dieser Menge (eigene Rechnung). Geschaffen wurde die Reserve mit dem Energy Policy and Conservation Act von 1975, das erste Öl floss 1977 ein (DOE). Laut Faktenblatt des DOE kann sie bis zu 4,4 Millionen Barrel am Tag abgeben, und das Öl erreicht den Markt etwa 13 Tage nach einer Entscheidung des Präsidenten.

Wie groß das ist, hängt vom Maßstab ab. Das DOE rechnet die 411 Millionen Barrel vom 31. Dezember 2025 in rund 125 Tage Netto-Rohölimporte um. Rechnet man Rohöl und Produkte zusammen, waren die USA 2023 aber Nettoexporteur, mit 1,64 Millionen Barrel am Tag (EIA). Deutschland misst seine Reserve dagegen in Tagen nach EU-Recht; wie das geht, erklärt So wird gezählt: die 90-Tage-Regel.

Große Entnahmen gab es schon vorher: Zwischen März 2022 und Januar 2023 lieferte das DOE aus einem Programm über 180 Millionen Barrel genau 180.266.185 Barrel aus, Ende 2022 lagen noch 372,1 Millionen Barrel in der Reserve (DOE-Jahresbericht 2022).

3. Wie funktioniert die Freigabe 2026, wenn das Öl nur verliehen ist?

Der US-Beitrag zur IEA-Gemeinschaftsaktion, 172,2 Millionen Barrel Rohöl (IEA, 19. März), läuft als Tausch: Ölfirmen leihen sich SPR-Öl und liefern es später mit zusätzlichen Prämien-Barrel zurück (DOE). Das DOE kündigte am 11. März 172 Millionen Barrel an, rechnete mit rund 120 Tagen für die Auslieferung und erwartet binnen eines Jahres etwa 200 Millionen Barrel zurück, ohne Kosten für die Steuerzahler.

Datum (2026)Schritt laut DOEMengeRückgabe
13.03.erste Ausschreibung86 Mio. Barrelmit Prämien-Barrel, nach einem Zeitplan, der den Markt schonen soll
20.03.erster Zuschlag45,2 Mio. Barrel verliehen55 Mio. Barrel zurück (21,7 % mehr, eigene Rechnung)
09.04.neue Ausschreibung (West Hackberry)bis 30 Mio. Barrelmit Prämien-Barrel bis zum nächsten Jahr, also 2027
10.04.Zuschlag der zweiten Phase (Bryan Mound)8,5 Mio. Barrelmit Prämien-Barrel bis zum nächsten Jahr, also 2027
30.04.Zwischenstand, neue Ausschreibungrund 80 Mio. aus drei früheren Ausschreibungen vergeben; neue Ausschreibung bis 92,5 Mio.24 % Aufschlag
11.05.Zuschlägerund 53,3 Mio. vergeben; bis dahin rund 35 Mio. ausgeliefertrund 28 % Aufschlag (15,1 Mio. Barrel)
10.06.Zwischenstand, neue Ausschreibungüber 133 Mio. vergeben; Ausschreibung bis 40 Mio.26 % Aufschlag; Ergebnis dieser Ausschreibung vom DOE nicht bestätigt

US-Energieminister Wright bezifferte den Schnitt auf 1,28 Barrel Rückgabe je verliehenem Barrel; die Rücklieferungen sollen noch 2026 beginnen (Reuters, 9. Juli). Einen Monatsplan dafür hat das DOE nicht veröffentlicht, und eine Liefermenge nach dem 11. Mai haben wir beim DOE nicht gefunden. Wie die gesamte IEA-Aktion verteilt war, zeigt IEA-Freigabe 2026: wer was gab.

4. Was bedeutet das Wiederauffüllen für den Ölpreis 2027?

Jedes Barrel, das in eine strategische Reserve zurückfließt, ist zusätzliche Nachfrage: Der Datendienst Kpler schätzt, dass das Wiederauffüllen strategischer Reserven, nicht nur der SPR, im vierten Quartal 2026 zusätzlich 506.000 Barrel Rohöl am Tag bindet, mit steigender Tendenz im nächsten Jahr (Reuters, 9. Juli). Das Analysehaus Energy Aspects erwartet laut Reuters, dass das Wiederauffüllen der SPR 2027 für einen höheren Preisboden sorgt. Andere IEA-Länder füllen nach Kpler eher 2027 und nach eigenem Ermessen auf; Japan und Südkorea dürften laut Reuters langsamer auffüllen, je nach Ölpreis und Haushaltslage.

Zur Einordnung, nicht als unsere Prognose: Die EIA rechnet in ihrem Septemberausblick mit Brent bei rund 90 Dollar im zweiten Halbjahr 2026, 77 Dollar im zweiten Quartal 2027 und 67 Dollar im zweiten Halbjahr 2027 (STEO, 9. September); die Rückgaben an die SPR behandelt sie dabei nicht. Was EIA und andere Häuser für 2027 erwarten, vergleicht unsere Seite Ölpreis-Prognose 2027.

5. Warum zählt die US-Reserve für Heizöl und Diesel in Deutschland?

Rohöl hat einen Weltmarkt: Der US-Beitrag von 172,2 Millionen Barrel stellte 40,4 Prozent der 426 Millionen Barrel der IEA-Aktion vom März 2026 (eigene Rechnung), und was die USA freigeben oder später zurücknehmen, verschiebt Angebot und Nachfrage auf dem Markt, auf dem auch die Raffinerien für Deutschland, Österreich und die Schweiz einkaufen. Deutschland sagte 19,5 Millionen Barrel aus den Vorräten des Erdölbevorratungsverbands (EBV) zu. Die europäischen Beiträge sollten laut IEA überwiegend aus Fertigprodukten bestehen.

Die SPR enthält dagegen nur Rohöl, und bei Heizöl und Diesel liegt der Engpass 2026 in der Verarbeitung: Der Diesel-Crack in Nordwesteuropa, also der Aufschlag von Diesel auf Rohöl, erreichte am 1. September mit 98 Dollar je Barrel einen Rekord, nach 44,75 Dollar im Juni-Schnitt (S&P Global, 3. September). S&P verknüpfte den Anstieg mit der Knappheit in den USA: Dort lagen die Destillatbestände in der Woche bis 11. September bei 107,9 Millionen Barrel, dem tiefsten Septemberstand seit 1982 (EnergyNow, 22. September). Warum Heizöl dabei mit Diesel steigt, erklärt das Lexikon unter Mitteldestillate.

Liefern die Tauschpartner 2027 Rohöl zurück, kommt Nachfrage hinzu, die laut Energy Aspects den Preisboden stützt. Für deinen Heizöleinkauf ist das ein Faktor unter vielen, keine Vorhersage. Den aktuellen Brent-Kurs (98,60 Dollar am 23. September) findest du unter Ölpreis heute.

Zitiervorschlag: Global Oil Shock (Jörg Dässler), „US-Ölreserve SPR: Füllstand 285,0 Mio. Barrel“, Stand 23.09.2026, https://globaloilshock.com/de/oelreserven/usa-spr/

6. Häufige Fragen zur US-Ölreserve

Wie hoch ist der Füllstand der US-Ölreserve?
285,0 Millionen Barrel in der Woche bis 11. September 2026 (EIA, veröffentlicht am 16. September). Der nächste Wochenwert erscheint am 23. September um 16:30 Uhr deutscher Sommerzeit.
Ist die SPR so leer wie seit 1982 nicht mehr?
Laut Reuters (via EnergyNow, 15. September 2026) ja: Die Reserve fiel auf den tiefsten Stand seit 1982. Der am Folgetag veröffentlichte EIA-Wert für die Woche bis 11. September, 285,0 Millionen Barrel, lag noch einmal 0,4 Millionen unter dem der Vorwoche.
Wie viel Öl haben die USA 2026 entnommen?
Zwischen Ende Februar (415,4 Millionen Barrel) und der Woche bis 11. September (285,0 Millionen) sank der Bestand um 130,5 Millionen Barrel (eigene Rechnung aus EIA-Daten).
Bekommen die USA das Öl zurück?
Das DOE erwartet rund 200 Millionen Barrel zurück, weil die Firmen das geliehene Öl mit Aufschlag zurückgeben; Energieminister Wright nannte 1,28 Barrel je verliehenem Barrel (Reuters, 9. Juli). Einen Monatsplan gibt es nicht.
Wie viel passt maximal in die SPR?
Die genehmigte Lagerkapazität beträgt 714 Millionen Barrel; der höchste je erreichte Stand waren 726,6 Millionen Barrel am 27. Dezember 2009 (DOE).
Macht die US-Reserve mein Heizöl billiger?
Nicht direkt. Die SPR enthält nur Rohöl, der Engpass bei Heizöl und Diesel sitzt 2026 in der Raffinerie. Über den Rohölpreis wirkt sie mit, und das Auffüllen ab Ende 2026 erhöht laut Analysten die Nachfrage.

Und dein Haushalt?

Die Reserven der Staaten sind das eine, dein Heizöltank und deine Spritkosten das andere. Rechne im Energiekosten-Rechner durch, was der Ölpreis für deinen Verbrauch bedeutet.

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