Daten · Vergleich mit Quellen

Ist der Ölschock 2026 schlimmer als 1973? Sieben Ölkrisen im Zahlenvergleich

Symbolbild Ölschock: leere Straßen und steigende Ölpreise

Schlimmer als die Ölkrise 1973 ist der Ölschock 2026 bei der ausgefallenen Menge: Im März 2026 sank das Weltangebot laut Internationaler Energieagentur (IEA) um 10,1 Mio. Barrel am Tag, beim Ölembargo 1973/74 fehlten in der Spitze 4,3 Mio. und beim bisherigen Rekord, der Iranischen Revolution 1978/79, 5,6 Mio. Barrel am Tag (Stand 24.09.2026). Beim Preis war 1973 heftiger: Der Ölpreis stieg damals auf rund das Vierfache (Federal Reserve History), 2026 hat sich der Brent-Spotpreis der EIA bis zum Hoch am 7. April knapp verdoppelt (eigene Rechnung). Diese Seite vergleicht sieben Krisen mit Quelle zu jeder Zahl und zeigt, was sie für Deutschland bedeuteten: 1973 vier Sonntage mit Fahrverbot, 2026 ein Rekordpreis von 2,471 € je Liter Diesel (ADAC, 17.09.2026).

1. Welcher Ölschock hatte den größten Angebotsausfall?

Den größten Angebotsausfall brachte der Ölschock 2026: Mit 10,1 Mio. Barrel am Tag im März 2026 (IEA) war er 1,8-mal so groß wie der bisherige Spitzenreiter, die Iranische Revolution 1978/79 mit 5,6 Mio., und 2,3-mal so groß wie das arabische Ölembargo 1973/74 mit in der Spitze brutto 4,3 Mio. Barrel am Tag (eigene Rechnung: 10,1 ÷ 5,6 und 10,1 ÷ 4,3). Die IEA schrieb schon am 20.03.2026, es sei derzeit mehr Angebot ausgefallen als beim Ölschock von 1973, der zu ihrer Gründung führte, und bei jeder Störung seither. Die Weltbank stellte den März 2026 in ihrem Rohstoffausblick vom April neben die historischen Fälle und nannte ihn den größten Angebotsschock seit Beginn der Aufzeichnungen.

Angebotsausfall bei Ölschocks, Millionen Barrel pro Tag
  • 1973/744,3
  • 1978/795,6
  • 1980/814,1
  • 1990/914,3
  • 20221,0
  • 202610,1

1973 bis 1990: größter Bruttoausfall laut IEA (2014). 2022: tatsächlich stillgelegte russische Förderung im April 2022 (IEA). 2026: Rückgang des Weltangebots im März 2026 (IEA-Ölmarktbericht April 2026); die Weltbank ordnet ihn mit „rund 10 Mio. b/d“ nach derselben IEA-Definition ein. 2007/08 gab es keinen Ausfall.

So liest du die Balken: Für 1973 bis 1990 zeigen sie den größten Bruttoausfall laut einer IEA-Studie von 2014, für 2026 den Rückgang des Weltangebots im März gegenüber Februar. 2026 ging es danach weiter bergab. Bis April lag das Weltangebot 12,8 Mio. Barrel am Tag unter Februar, die Förderung der betroffenen Golfstaaten 14,4 Mio. Barrel unter Vorkriegsniveau (IEA, 13.05.2026). Die US-Energiebehörde EIA zählt nur Rohöl aus sechs Golfstaaten und kam in ihrer Pressemitteilung vom 12.05.2026 für April auf 10,5 Mio. Barrel am Tag. Welche Zahl du nimmst, hängt vom Maß ab; jede liegt über allen früheren Schocks.

Auch im Verhältnis zur Weltversorgung war der Einschnitt groß: 10,1 Mio. Barrel am Tag sind 9,4 % des Weltangebots vom Februar 2026 (eigene Rechnung: 10,1 ÷ 107,1, also 97 plus 10,1 Mio. Barrel am Tag laut IEA). Für 1973 nennt der Ökonom James D. Hamilton 7,5 % der Weltförderung, allerdings gemessen an einem anderen Maß: dem Rückgang der Förderung der arabischen OPEC-Mitglieder um 4,4 Mio. Barrel am Tag von September auf November 1973. Warum so viel Öl an einer einzigen Meerenge hängt, erklärt das Lexikon: Straße von Hormus.

2. Wie unterscheiden sich die Ölkrisen von 1973 bis 2026?

Die sieben Ölschocks seit 1973 unterscheiden sich vor allem im Auslöser und im Ausmaß: vom Embargo 1973 über Revolution und Kriege bis zum Nachfrageboom 2007/08, bei dem gar kein Angebot ausfiel. 2026 begann die Krise mit den US-israelischen Angriffen auf Iran am 28.02.2026 (IEA); ab dem 1. März stand laut Schiffsdaten von S&P Global Platts der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus still. Die Tabelle stellt Zeitraum, Auslöser, Angebotsausfall, Preisbewegung, Antwort der IEA und US-Rezession nebeneinander.

Schock und ZeitraumAuslöserAngebotsausfallPreis vorher → HöchststandAntwort der IEAUS-Rezession (NBER)
Ölembargo 1973/74Okt. 1973 bis März 1974Jom-Kippur-Krieg; arabische Förderländer (OAPEC) verhängen ein Embargo und kürzen die Förderung4,3 Mio. b/d (IEA)2,90 $ → 11,65 $ je Barrel (Jan. 1974), Referenzsorte nicht genannt¹keine, die IEA wird erst im Nov. 1974 gegründetNov. 1973 bis März 1975
Iranische Revolution 1978/79Nov. 1978 bis Apr. 1979Streiks und Umsturz in Iran, Förderung bricht ein; Angstkäufe und Lagerhaltung verstärken den Anstieg5,6 Mio. b/d (IEA)WTI 14,85 $ (Jan. 1979) → 39,50 $ (Apr.–Juli 1980), Monatswerte²keine gemeinsame Freigabe; die USA sagen der IEA eine Verbrauchssenkung um bis zu 5 % zuJan. bis Juli 1980
Beginn des Iran-Irak-Kriegs 1980Okt. 1980 bis Jan. 1981Kämpfe legen Förderung in Iran und Irak lahm; der Ausfall wird binnen Monaten anderswo ersetzt4,1 Mio. b/d (IEA)Teil der Welle ab 1979; +45 % von Nov. 1980 bis Feb. 1981³keineJuli 1981 bis Nov. 1982
Irakischer Überfall auf Kuwait 19902. Aug. 1990 bis 28. Feb. 1991Förderung aus Irak und Kuwait fällt aus; kurze Preisspitze, die mit Beginn des Luftkriegs zusammenbricht4,3 Mio. b/d (IEA)WTI 21,59 $ (1.8.1990) → 41,07 $ (11.10.1990); Brent 19,93 $ → 41,45 $ (27.9.1990)erste gemeinsame Aktion am 17.1.1991, Plan 2,5 Mio. b/dJuli 1990 bis März 1991 (Beginn vor dem Überfall)
Preisschock 2007/08Feb. 2007 bis Juli 2008starke Nachfrage (u. a. China) bei stagnierender Förderung, kein Lieferausfallkein Ausfall (Nachfrageschock)WTI 54,51 $ (Mittel Jan. 2007) → 145,31 $ (3.7.2008); Brent 143,95 $keineDez. 2007 bis Juni 2009
Russlands Angriff auf die Ukraine 2022ab 24. Feb. 2022befürchteter Ausfall russischer Lieferungen, Sanktionen; Diesel und Gasöl am stärksten betroffenrund 1 Mio. b/d tatsächlich (Apr. 2022); 3 Mio. b/d befürchtetBrent 99,29 $ (23.2.2022) → 133,18 $ (8.3.2022)zwei Aktionen, zusammen 182,7 Mio. Barrelkeine
Iran-Krieg und Hormus-Sperre 2026ab 28. Feb. 2026, andauerndAngriffe auf Iran, Tankerverkehr durch Hormus kommt zum Erliegen; Mitteldestillate und Kerosin am stärksten betroffen10,1 Mio. b/d im März 2026; bis April 12,8 Mio. b/d (IEA)⁴Brent 71,32 $ (27.2.2026) → 138,21 $ (7.4.2026); 114,89 $ am 22.9.2026⁵426 Mio. Barrel, größte Freigabe ihrer Geschichtebisher keine festgestellt (NBER datiert mit Verzug)

Angebotsausfall 1973 bis 1990: größter Bruttoausfall laut IEA (Energy Supply Security 2014, Abb. 1.6). Preise bis 1986 aus unterschiedlichen US-Reihen, ab 1986 EIA-Spotpreise (Brent = physischer Spotpreis). ¹ Federal Reserve History, „Oil Shock of 1973–74“. ² FRED, WTI-Reihe WTISPLC (Monatswerte). ³ J. D. Hamilton, „Historical Oil Shocks“ (2011), Erzeugerpreisindex Rohöl. ⁴ IEA-Ölmarktberichte April und Mai 2026: Rückgang des Weltangebots gegenüber Februar; die Förderung der Golfstaaten lag im April 14,4 Mio. b/d unter Vorkriegsniveau. ⁵ EIA-Spotpreis; die IEA nennt für Dated Brent ein Hoch von 144 $, der Terminkontrakt erreichte am 29.04.2026 118 $ (EIA). Eine zweite US-Rezession folgte 1981/82 (Juli 1981 bis Nov. 1982).

Bei der Preisspalte ist Vorsicht nötig. Bis 1986 stammen die Werte aus unterschiedlichen US-Reihen, danach aus den Spotpreisen der EIA; für 1973 nennt Federal Reserve History keine Referenzsorte. Inflationsbereinigte Höchststände für alle Schocks aus einer Primärquelle liegen uns nicht vor, deshalb gibt es hier keine Rangliste nach realen Preisen. Eine einheitliche Methode bis 2008 bietet Hamilton (bis 1981 Erzeugerpreisindex für Rohöl, danach WTI-Monatswerte). Nach seiner Rechnung stiegen die Preise um 51 % von November 1973 bis Februar 1974, um 57 % von Mai 1979 bis Januar 1980, um 45 % von November 1980 bis Februar 1981, um 93 % von August bis Oktober 1990 und um 145 % von Februar 2007 bis Juni 2008.

Den größten Anstieg in Hamiltons Reihe gab es also ganz ohne Lieferausfall: 2007/08 wuchs die Nachfrage, während die Weltförderung nach 2005 nicht mehr zulegte. Umgekehrt 2022: Die IEA hielt im März 2022 für möglich, dass ab April 3 Mio. Barrel am Tag russischer Förderung ausfallen; tatsächlich stillgelegt war im April knapp 1 Mio. Barrel am Tag (IEA, 12.05.2022).

3. Was bedeuteten die Ölkrisen für Deutschland?

1973 traf die Ölkrise Deutschland im Alltag: Am 25. November 1973 galt zum ersten Mal ein bundesweites Fahrverbot, insgesamt an vier Sonntagen, und an den übrigen Tagen vorübergehend Tempo 100 auf Autobahnen und 80 auf Landstraßen (Bundeszentrale für politische Bildung, 25.11.2013). Grundlage war das Energiesicherungsgesetz. Die Internationale Energieagentur gab es damals noch nicht: Ihr Gründungsabkommen wurde erst am 18.11.1974 unterzeichnet, als Antwort auf diese Krise. Seither halten die Mitgliedsländer Notvorräte. In Deutschland schreibt das Erdölbevorratungsgesetz Vorräte für 90 Tage Nettoeinfuhren vor. Der Erdölbevorratungsverband (EBV) hatte Ende 2025 rund 19,7 Mio. Tonnen Rohöläquivalent eingelagert.

Genutzt wurden die EBV-Vorräte laut Verband 1990/91, im September 2005, 2011, beim Rhein-Niedrigwasser 2018 und im März 2022. 2026 steuerte Deutschland laut IEA 19,5 Mio. Barrel aus öffentlichen Beständen zur gemeinsamen Freigabe bei. Auch die Antwort im Inland sah anders aus als 1973: Das Maßnahmenpaket ab 1. April 2026 begrenzte laut der Fachzeitschrift Wirtschaftsdienst die Preiserhöhungen an Tankstellen auf eine pro Tag und verschärfte die Aufsicht über Marktmissbrauch; Kraftstoff rationiert wurde nicht. An der Zapfsäule kam der Schock trotzdem an: Der ADAC meldete am 17.09.2026 einen Rekordpreis von 2,471 € je Liter Diesel.

Wie lange die deutschen Vorräte bei welchem Ausfall rechnerisch reichen, steht unter Ölreserven Deutschland. Österreich, die Schweiz und die übrigen Länder findest du im Ölreserven-Monitor.

4. Wie liefen frühere Ölschocks aus, und kam danach jedes Mal eine Rezession?

Frühere Ölschocks liefen sehr unterschiedlich aus, und nicht auf jeden folgte eine Rezession: 1991 fiel Brent an einem einzigen Tag um rund 30 %, 2008 stürzte der Preis nach dem Hoch binnen eines halben Jahres ab, und für 2022 hat das US-Forschungsinstitut National Bureau of Economic Research (NBER) keine Rezession datiert. 1990 war WTI nach dem irakischen Überfall auf Kuwait von 21,59 $ am 1.8.1990 auf 41,07 $ am 11.10.1990 gestiegen (EIA). Vom 16. auf den 17.01.1991, als der Luftkrieg begann und die IEA ihre erste gemeinsame Aktion startete, fiel Brent von 30,28 $ auf 21,10 $ (EIA; Rückgang eigene Rechnung). Welchen Anteil die Freigabe daran hatte, lässt sich von den Kriegsnachrichten nicht trennen. 2008 fiel Brent vom Hoch bei 143,95 $ am 3.7.2008 bis zum 26.12.2008 auf 33,73 $. 2022 traf es vor allem Diesel: ULSD verteuerte sich im Jahr 2022 laut EIA um 41 %, Gasöl um 36 %.

In den USA fielen Rezessionen laut NBER mit den meisten Schocks zusammen oder folgten ihnen. Auf das Embargo 1973/74 kam die Rezession von November 1973 bis März 1975, 16 Monate lang. Nach der Iranischen Revolution schrumpfte die US-Wirtschaft von Januar bis Juli 1980, nach dem Beginn des Iran-Irak-Kriegs erneut von Juli 1981 bis November 1982. 1990 setzt das NBER den Beginn auf Juli, also vor den Einmarsch in Kuwait am 2. August; die Rezession dauerte bis März 1991. Die Rezession von Dezember 2007 bis Juni 2009 begann sieben Monate vor dem Ölpreishoch im Juli 2008. Zweimal lag der Beginn also vor dem Preisschock oder seinem Höhepunkt.

Für 2026 hat das NBER bisher keinen Wendepunkt gemeldet; seine jüngste Meldung stammt vom 19.07.2021. Das beweist nicht, dass es keine Rezession gibt: Das NBER datiert mit Verzug und gab zum Beispiel den Beginn der Rezession im Dezember 2007 erst am 1. Dezember 2008 bekannt. Die Daten gelten für die USA; eine vergleichbare Datierung für Deutschland liegt in unseren Quellen nicht vor.

5. Was ist beim Ölschock 2026 anders als bei früheren Krisen?

2026 fehlt nicht nur Rohöl, sondern auch fertige Produkte: Die Golfstaaten exportierten 2025 laut IEA 3,3 Mio. Barrel Ölprodukte und 1,5 Mio. Barrel Flüssiggas am Tag, im August 2026 kam netto nur noch gut ein Viertel der früheren Diesel- und Gasölmenge aus dem Golf (IEA, 11.09.2026). Die Preise für Kerosin und Destillate wie Diesel und Heizöl stiegen laut EIA (07.04.2026) deutlich stärker als Benzin. Die Raffineriemargen zeigen es: Unsere Datenseite Crack Spread aktuell rechnet für die Woche bis 18.09.2026 einen Diesel-Crack von 115,83 $ je Barrel (eigene Rechnung aus EIA-Spotpreisen, New York Harbor).

Zweiter Unterschied: Über die Notvorräte wurde schnell entschieden. 1973 gab es die IEA noch nicht, 1979, 1980 und 2008 keine gemeinsame Freigabe; die erste folgte 1991 mit einem Plan über 2,5 Mio. Barrel am Tag. 2026 einigten sich die Mitglieder elf Tage nach den Angriffen, am 11. März, auf 400 Mio. Barrel, bestätigt wurden 426 Mio., die größte Freigabe der IEA-Geschichte. Die Bank ING schätzte am 12.03.2026 allerdings, dass alle IEA-Länder zusammen nur etwa 3,3 Mio. Barrel am Tag liefern könnten, wenn sie so schnell freigeben wie die USA, weit weniger als der Ausfall. Wer wie viel gab, steht unter IEA-Freigabe 2026.

Dritter Unterschied: Der Schock dauert an. Nach Waffenruhen ab dem 18. Mai unterzeichneten die USA und Iran am 17.06.2026 eine Absichtserklärung, die unter anderem den Verkehr durch Hormus wieder in Gang bringen sollte (EIA). Im August lagen die Exporte der Golfstaaten laut IEA bei rund 13 Mio. Barrel am Tag, knapp der Hälfte des Vorkriegsniveaus. Brent kostete am 22.09.2026 im Spothandel 114,89 $ (EIA). Was eine Öffnung der Meerenge für die Preise heißen könnte, beschreibt Hormus-Öffnung: Folgen für die Preise; welche Erwartungen EIA und Goldman Sachs für 2027 veröffentlicht haben, sammelt die Ölpreis-Prognose 2027.

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Zitiervorschlag: Global Oil Shock (Jörg Dässler), „Ölschocks im Vergleich: 1973, 1979, 1990, 2008, 2022, 2026“, Stand 24.09.2026, https://globaloilshock.com/de/daten/oelschocks-im-vergleich/

6. Häufige Fragen zu Ölschocks und Ölkrisen

War die Ölkrise 1973 schlimmer als der Ölschock 2026?
Beim Preis ja, bei der Menge nein. 1973/74 stieg der Ölpreis von 2,90 $ auf 11,65 $ je Barrel im Januar 1974 (Federal Reserve History, Sorte nicht genannt), also auf rund das Vierfache. 2026 kletterte der Brent-Spotpreis von 71,32 $ auf 138,21 $ (EIA), das 1,94-Fache (eigene Rechnung). Beim Ausfall liegt 2026 mit 10,1 Mio. Barrel am Tag weit vor 1973 (4,3 Mio.). Inflationsbereinigt vergleichen wir nicht, weil dafür keine Primärquelle alle Schocks abdeckt.
Was war der größte Ölschock der Geschichte?
Gemessen am Angebotsausfall der Ölschock 2026. Die IEA sprach im April 2026 von der größten Störung der Geschichte, die Weltbank vom größten Angebotsschock seit Beginn der Aufzeichnungen. Davor führte die Iranische Revolution 1978/79 mit 5,6 Mio. Barrel am Tag die Liste der IEA an.
Wann begann das Ölembargo 1973?
Am 17. Oktober 1973 kündigten die arabischen Mitglieder der OPEC ein Embargo gegen Länder an, die sie als Unterstützer Israels sahen (Hamilton). Gegen die USA galt es laut Federal Reserve History ab dem 19. Oktober 1973. Aufgehoben wurde es im März 1974. Vorausgegangen war der Angriff Syriens und Ägyptens auf Israel am 6. Oktober 1973 (Hamilton).
Wie hoch war der Ölpreis beim Höchststand 2026?
Das hängt von der Sorte ab. Der Brent-Spotpreis der EIA erreichte am 7.4.2026 138,21 $ je Barrel, WTI 114,58 $. Die IEA nennt für Dated Brent ein Hoch von 144 $, der Brent-Terminkontrakt erreichte laut EIA am 29.04.2026 ein Hoch von 118 $. Inflationsbereinigt war der Anstieg im ersten Quartal 2026 laut EIA der stärkste in Daten, die bis 1988 zurückreichen.
Hat der Ölschock 2026 eine Rezession ausgelöst?
Das lässt sich noch nicht sagen. Das NBER, das die US-Konjunkturzyklen datiert, hat 2025 und 2026 keinen Wendepunkt gemeldet. Es datiert aber mit Verzug: Den Beginn der Rezession im Dezember 2007 gab es erst am 1. Dezember 2008 bekannt. Keine Meldung heißt deshalb nicht „keine Rezession“.
Wie viel Öl hat Deutschland 2026 aus der Reserve freigegeben?
19,5 Mio. Barrel aus öffentlichen Beständen, so die IEA in ihrer Übersicht vom 19.03.2026. Das war der deutsche Anteil an der gemeinsamen Freigabe von 426 Mio. Barrel. Der Erdölbevorratungsverband EBV hatte Ende 2025 rund 19,7 Mio. Tonnen Rohöläquivalent eingelagert.

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