1. Der letzte Stand, mit Uhrzeit
104,34 Dollar je Barrel Brent am Sonntag, dem 27. September, um 07:01 Uhr ist der aggregierte Kurs unserer eigenen Datenschnittstelle; weil am Wochenende nicht gehandelt wird, entspricht er dem Freitagsschluss von 104,32 Dollar (EnergyNow). Der Handel beginnt in der Nacht zum Montag wieder, dann zieht die Statuszeile oben nach. Die Woche davor war eine der unruhigsten seit Monaten: Von 99,97 Dollar am Dienstag ging es binnen zwei Tagen auf 106,60 Dollar und am Freitag zurück auf 104,32 Dollar.
| Datum | Brent | Quelle |
|---|---|---|
| 27.09.2026, 07:01 Uhr | 104,34 $ | eigene API (Stand vom Freitag) |
| 25.09.2026, Schluss | 104,32 $ (−2,14 %) | EnergyNow |
| 24.09.2026, Schluss | 106,60 $ (+3,4 %) | Reuters via Investing.com |
| 24.09.2026, 10 Uhr ET | 104,67 $ | Fortune |
| 22.09.2026, 17:30 UTC | 99,97 $ | eigene API |
| 18.09.2026, Schluss | 103,87 $ | EnergyNow |
| vor einem Monat | 94,42 $ | Fortune (24.09.) |
| vor einem Jahr | 68,94 $ | Fortune (24.09.) |
| 31.03.2026 (Jahreshoch) | 118,35 $ | Wikipedia |
| 01.07.2026 (Jahrestief) | 71,57 $ | Wikipedia |
Warum WTI gerade rund zwölf Dollar unter Brent liegt und was die beiden Sorten unterscheidet, erklärt das Lexikon unter Brent und WTI; ein Teil des Abstands kommt vom Wechsel auf den November-Kontrakt bei WTI (EnergyNow).
2. Warum der Ölpreis so stark schwankt
Die vergangene Woche hatte drei Wendepunkte, alle politisch. Am 22. September fiel Brent unter 100 Dollar, nachdem Iran erstmals angeboten hatte, Hormuz binnen sieben Tagen zu öffnen (eigene API, Reuters via Israel Hayom). Am 24. September stieg er um 3,4 Prozent auf 106,60 Dollar, nachdem Saudi-Arabien sechs Huthi-Raketen auf Taif und den Raum Yanbu abgefangen hatte, den Rotmeer-Endpunkt der Ost-West-Pipeline (Reuters via Investing.com). Am 25. September fiel er um 2,14 Prozent auf 104,32 Dollar, weil Iran bei der UN-Generalversammlung einen ausgearbeiteten Sieben-Tage-Fahrplan vorlegte (EnergyNow, Al Jazeera). Unterm Strich blieb für Brent ein Wochenplus von 0,43 Prozent; WTI verlor 7,87 Prozent, auch wegen des Kontraktwechsels (EnergyNow).
Am Wochenende kam die Gegenbewegung in den Nachrichten, noch nicht im Kurs. Präsident Trump lehnte den Fahrplan am 26. September ab: „I'm rejecting their deal“ (CBS News). Außenminister Araghchi erklärte am 27. September, Iran rücke von seinen Bedingungen nicht ab und warte auf die offizielle Antwort über die Vermittler (Al Jazeera). Am selben Samstag fing Saudi-Arabien Huthi-Drohnen auf Riad und eine Rakete Richtung Khamis Muschait ab (Times of Israel), und ukrainische Drohnen legten die Raffinerie Ilski in der Region Krasnodar still, die knapp 6,6 Millionen Tonnen Kraftstoff im Jahr erzeugt (Kyiv Independent).
Für den Wochenstart heißt das: Der Grund, aus dem Brent am Freitag fiel, ist zurückgenommen. EnergyNow nannte schon am Freitag weitere Huthi-Angriffe auf die Infrastruktur und die außergewöhnlich knappen Dieselvorräte als die Faktoren, die den Rückgang umkehren könnten. Ob das am Montag geschieht und wie stark, entscheidet der Markt, nicht diese Seite; die Szenarien stehen unter Hormuz-Plan abgelehnt: Folgen für die Preise.
3. Was den Preis bremst und was ihn treibt
Es gibt Kräfte in beide Richtungen, und beide sind belegt. Auf der bremsenden Seite: Der Gesprächskanal über Katar, Oman und die Vereinten Nationen ist nicht geschlossen (CBS News), durch Hormuz fließen unter US-Kontrolle rund 10 Millionen Barrel am Tag (CENTCOM, 20. September), und die EIA rechnet in ihrem Basispfad mit 90,66 Dollar im vierten Quartal 2026 und 73,74 Dollar im Jahresschnitt 2027 (STEO, 9. September). Mehr dazu unter Ölpreis-Prognose 2027.
Auf der treibenden Seite steht vor allem Diesel. Die US-Destillatlager liegen auf dem tiefsten Septemberstand seit 1982 (EnergyNow, 22. September), Russland sperrt seine Dieselausfuhren bis Ende Oktober, und mit Ilski fällt eine weitere Raffinerie aus. Die Fracht macht nach Asien mindestens ein Viertel des Rohölpreises aus, gegen fünf bis sechs Prozent im Jahr 2025 (OilPrice.com, 22. September). Und die Erfahrung vom Sommer: Nach dem Bruch der Waffenruhe am 8. Juli stieg Brent von 71,57 Dollar am 1. Juli auf 96,78 Dollar am 24. Juli (Wikipedia). Warum Diesel stärker steigt als Rohöl, steht unter Dieselknappheit Winter 2026/27.
4. Was der Ölpreis für Heizöl, Diesel und Benzin heißt
Heizöl folgt Brent mit einigen Tagen Verzögerung und über den Umweg Gasöl: In Deutschland kostete es am 27. September 167,47 Euro je 100 Liter (HeizOel24, unverändert zum Vortag), in Österreich 188,53 Euro (HeizOel24.at, −0,03 Prozent), in Frankreich am 26. September 1 854 Euro je 1 000 Liter (prixfioul.fr). Als Faustregel unserer Methodik (159 Liter je Barrel, 1,14 Dollar je Euro) entsprechen zehn Dollar je Barrel rund 5,5 Cent je Liter vor Steuern; die gut vier Dollar zwischen dem 22. und dem 25. September sind also gut zwei Cent, wenn Raffinerie und Handel mitziehen. Die Tagesseiten: Heizölpreis heute Deutschland, Heizölpreis heute Österreich.
An der Zapfsäule ist der Ölpreis nur ein Teil: In Deutschland lag Diesel am 17. September bei 2,471 Euro (ADAC), in den USA stand er am 22. September auf dem Allzeithoch von 6,53 Dollar je Gallone (AAA). Ab dem 1. Oktober senkt in Deutschland der Tankrabatt die Steuer auf Benzin und Diesel um bis zu 17 Cent je Liter; für Heizöl gilt er nicht.
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