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Spritpreise Prognose: Was Benzin und Diesel in Deutschland gerade teurer macht

Tankstelle mit Preisanzeige bei Dämmerung, sinnbildlich für die Entwicklung von Benzin- und Dieselpreisen an deutschen Zapfsäulen.

Der ADAC-Tagesdurchschnitt lag am 09.09.2026 bei 2,259 Euro je Liter Super E10 und 2,321 Euro je Liter Diesel, jeweils rund acht bis neun Cent teurer als eine Woche zuvor. Eine seriöse Prognose kann dir keinen Centbetrag für Oktober nennen, wohl aber zeigen, welche drei Größen deinen Preis an der Säule wirklich bewegen: der Rohölpreis, die Raffineriemarge und die CO2-Bepreisung. Diese Seite ordnet die aktuellen Werte ein und gibt dir Szenarien statt einer einzelnen Zahl. Es geht dabei um Benzin und Diesel an der Tankstelle, nicht um Heizöl.

1. Die kurze Antwort: keine Punktprognose, sondern drei Treiber

Niemand kann dir seriös sagen, was Super E10 oder Diesel in vier Wochen kosten, aber die drei Größen, die deinen Preis bestimmen, lassen sich benennen: der Rohölpreis, die Marge der Raffinerie und die CO2-Bepreisung. Am 09.09.2026 lag der ADAC-Tagesdurchschnitt bei 2,259 €/L für Super E10 und 2,321 €/L für Diesel, jeweils rund acht bis neun Cent über der Vorwoche. Der Anstieg fällt in eine Woche, in der Brent zeitweise über 107 US-Dollar je Barrel gehandelt wurde.

Der Literpreis an der Zapfsäule setzt sich aus dem Rohölanteil, der Raffinerie- und Handelsmarge, der Energiesteuer, der CO2-Bepreisung nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) und der Mehrwertsteuer zusammen. Von diesen Bestandteilen bewegen sich kurzfristig vor allem Rohöl und Marge, während Energiesteuer und CO2-Preis über längere Zeiträume feststehen. Wer verstehen will, warum der Preis heute anders ist als vor einer Woche, muss also vor allem auf Brent und die Marge schauen, nicht auf die Steuerkomponenten.

Diese Seite behandelt Benzin und Diesel an der Tankstelle, nicht Heizöl für den Tank im Keller. Für die separate Entwicklung des Heizölpreises gibt es unsere eigenständige Heizölpreis-Prognose Deutschland.

2. Der ADAC-Tagesdurchschnitt: aktueller Stand und Wochenvergleich

Der ADAC wertet börsentäglich die bundesweiten Tankstellenpreise aus und veröffentlicht daraus einen Tagesdurchschnitt. In der am 09.09.2026 veröffentlichten Auswertung lag Super E10 bei 2,259 €/L und Diesel bei 2,321 €/L. Gegenüber der Vorwoche bedeutet das einen Anstieg von 7,6 Cent je Liter bei Super E10 und 8,9 Cent je Liter bei Diesel.

Bemerkenswert ist, dass Diesel damit teurer ist als Super E10, ein Muster, das sich seit Monaten hält, weil die weltweite Diesel-Nachfrage angespannt ist und die Rekordpreise für Destillate laut dem Internationalen Energieagentur-Marktbericht (IEA OMR) vom 11.09.2026 anhalten. Was diese Marge zwischen Rohöl und Diesel konkret ausmacht, erklärt unser Lexikonbeitrag zum Diesel-Crack-Spread.

KraftstoffPreis 09.09.2026Veränderung zur Vorwoche
Super E102,259 €/L+7,6 Ct/L
Diesel2,321 €/L+8,9 Ct/L

Der ADAC-Wert ist ein bundesweiter Tagesdurchschnitt und bildet regionale und zeitliche Schwankungen zwischen einzelnen Tankstellen nicht ab. Zur Tageszeit mit dem günstigsten Preisfenster liegt uns keine aktuell mit Datum belegte ADAC-Quelle vor, deshalb verzichtet diese Seite auf eine Tageszeitenempfehlung.

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3. Warum Brent und WTI der wichtigste Treiber sind

Rohöl ist der größte Einzelposten im Literpreis, und Brent lag am 11.09.2026 bei 103,98 US-Dollar je Barrel (Trading-Economics-Schlussindikation), nach einem Wochenhoch von 107,6 US-Dollar. Innerhalb der Woche bedeutete das ein Plus von rund 9 Prozent, getragen von Meldungen zu Angriffen auf saudische Ölanlagen und zur Lage rund um die Straße von Hormuz und Bab-el-Mandeb. WTI notierte am selben Tag bei 103,8 US-Dollar je Barrel.

Diese Tagesbewegungen erklären, warum der ADAC-Wert vom 09.09.2026 höher liegt als in den Wochen zuvor, sagen aber wenig über die kommenden Monate. Die US-Energiebehörde EIA erwartet in ihrem Kurzfristbericht (Short Term Energy Outlook, STEO) vom 09.09.2026 für Brent im Jahresmittel 2026 rund 91 US-Dollar je Barrel und für 2027 rund 74 US-Dollar, unter der Annahme allmählich steigender Durchflussmengen durch die Straße von Hormuz. Ein aktueller Spotpreis von knapp 104 US-Dollar liegt damit bereits über diesem Jahresmittel, was zeigt, wie stark sich Tagespreis und Jahresdurchschnitt unterscheiden können.

4. Raffineriemarge, CO2-Preis und Steuern: was am Literpreis hängt

Neben Rohöl bestimmt die Raffinerie- und Handelsmarge, wie viel von einer Rohölbewegung überhaupt an der Zapfsäule ankommt. Wie diese Marge berechnet wird und warum sie je nach Produkt und Region schwankt, erklärt unser Lexikonbeitrag zur Raffinerie-Marge.

Auf der Steuerseite gilt seit 2026 ein CO2-Preis von 65 Euro je Tonne im Rahmen des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG), was rund 17 Cent je Liter netto entspricht, also vor Mehrwertsteuer. Dieser Preiskorridor von 55 bis 65 Euro je Tonne gilt auch für 2027, bevor ab 2028 der europäische ETS 2 mit Frühauktionen ab Januar 2027 greift. Die Energiesteuer ist ein weiterer fester Bestandteil des Literpreises, für den uns aktuell kein nach Kraftstoffart aufgeschlüsselter, mit Zoll oder Bundesfinanzministerium belegter Ct/L-Satz vorliegt, weshalb wir hier bewusst keine Zahl nennen. Wie sich der CO2-Preis konkret auf deine Kosten auswirkt, kannst du mit unserem CO2-Preis-Rechner nachvollziehen.

Rechne durch, wie sich Rohöl- und CO2-Preis-Szenarien auf deine Kosten auswirken.

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5. Drei Szenarien statt einer Zahl

Weil niemand seriös einen einzelnen Centbetrag für die kommenden Wochen nennen kann, hilft ein Denken in Bandbreiten mehr als eine Punktprognose. Die folgenden drei Szenarien beschreiben keine Vorhersage, sondern zeigen, wie sich unterschiedliche Rohölentwicklungen auf die Richtung der Spritpreise auswirken würden, ausgehend vom Stand des 09.09.2026 (E10 2,259 €/L, Diesel 2,321 €/L) und dem Brent-Kurs von 103,98 US-Dollar am 11.09.2026.

  • EIA-Basisszenario: Die EIA erwartet für 2026 im Jahresmittel rund 91 US-Dollar je Barrel Brent, deutlich unter dem aktuellen Spotpreis. Träfe dieser Durchschnitt ein, würde der Rohölanteil am Literpreis gegenüber dem 09.09.2026 tendenziell sinken, sofern Marge und Steuern unverändert bleiben.
  • Anhaltende Anspannung: Bleibt Brent nahe am aktuellen Niveau von rund 104 US-Dollar oder testet erneut das Wochenhoch von 107,6 US-Dollar, wie es die IEA mit Blick auf anhaltende Hormuz-Beschränkungen für das gesamte Jahr 2026 für möglich hält, spricht das eher für stabile bis leicht steigende Preise an der Zapfsäule.
  • Eskalationsrisiko: Weitere Vorfälle an wichtigen Öltransportrouten könnten Brent kurzfristig über das bisherige Wochenhoch treiben. Wie stark das durchschlägt, hängt zusätzlich von der Raffineriemarge und dem Diesel-Crack ab, die unabhängig vom Rohölpreis schwanken können.

Für alle drei Szenarien gilt: Verlasse dich nicht auf einen einzelnen Tageswert. Der ADAC-Tagesdurchschnitt kann von Tag zu Tag mehrere Cent schwanken, ohne dass sich an der grundsätzlichen Lage etwas ändert.

6. Was du selbst beeinflussen kannst: Spartipps

Während Rohölpreis, Marge und Steuern außerhalb deines Einflusses liegen, kannst du deinen persönlichen Verbrauch senken. Zwei Hebel mit direktem Effekt auf den Litergeldbeutel sind eine vorausschauende, spritsparende Fahrweise und der richtige Reifendruck. Unsere Tipps zur spritsparenden Fahrweise und zum richtigen Reifendruck sind Teil unserer vollständigen Mobilitäts-Spartipps mit weiteren Ansätzen für Alltag und Langstrecke.

Wo und wann du tankst, kann zusätzlich Cent-Beträge ausmachen, allerdings liegt uns dafür aktuell keine mit Datum belegte ADAC-Auswertung vor, sodass wir hier keine konkrete Uhrzeitempfehlung geben.

7. Häufige Fragen

Wie viel kostet Super E10 und Diesel aktuell in Deutschland?
Nach dem ADAC-Tagesdurchschnitt vom 09.09.2026 kostete Super E10 2,259 Euro je Liter und Diesel 2,321 Euro je Liter, jeweils rund acht bis neun Cent mehr als eine Woche zuvor.
Warum ist Diesel teurer als Super E10?
Diesel und Heizöl sind chemisch eng verwandte Destillate, und laut dem IEA-Marktbericht vom 11.09.2026 sind die Dieselpreise weltweit auf Rekordniveau, weil die Nachfrage nach Destillaten die verfügbare Raffineriekapazität stark beansprucht. Das drückt die Marge für Diesel über die für Benzin, wie unser Beitrag zum Diesel-Crack-Spread erklärt.
Werden die Spritpreise 2026 weiter steigen?
Das lässt sich nicht seriös vorhersagen. Die EIA erwartet im Kurzfristbericht vom 09.09.2026 für Brent ein Jahresmittel von rund 91 US-Dollar je Barrel für 2026, während der Spotpreis am 11.09.2026 bei 103,98 US-Dollar lag. Ob dein Literpreis steigt oder fällt, hängt zusätzlich von der Raffineriemarge ab, die sich unabhängig vom Rohölpreis bewegen kann.
Was hat der CO2-Preis mit dem Spritpreis zu tun?
Der CO2-Preis nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz liegt 2026 bei 65 Euro je Tonne, was rund 17 Cent je Liter netto entspricht, also vor Mehrwertsteuer. Dieser Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne gilt auch 2027, bevor 2028 der europäische ETS 2 startet.
Ist diese Seite auch für Heizöl relevant?
Nein, diese Seite behandelt Benzin und Diesel an der Tankstelle. Für die separate Entwicklung des Heizölpreises in Deutschland gibt es unsere eigenständige Heizölpreis-Prognose.
Wie kann ich meinen Spritverbrauch senken, ohne auf den Rohölpreis warten zu müssen?
Eine vorausschauende Fahrweise und der richtige Reifendruck senken den Verbrauch direkt und unabhängig vom Tagespreis. Beide Tipps sind Teil unserer Mobilitäts-Spartipps mit weiteren praktischen Ansätzen.

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