1. Was genau beschlossen ist
Bund und Länder haben sich am Freitagabend, 19. September 2026, auf eine befristete Senkung der Energiesteuer um 14 Cent je Liter Benzin und Diesel verständigt; das Kabinett hat den Entwurf am Wochenende im Umlaufverfahren gebilligt (ZDFheute). Weil die Mehrwertsteuer auf den Nettopreis aufschlägt, sinkt der rechnerische Bruttopreis um rund 17 Cent. Der Rabatt gilt vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2026, also 92 Tage, und kostet den Staat rund 2,5 Milliarden Euro, die sich Bund und Länder je zur Hälfte teilen (Netz-Trends, 19. September 2026).
Beschlossen heißt hier: politisch vereinbart und vom Kabinett gebilligt. Rechtskraft bekommt die Steuersenkung erst, wenn Bundestag und Bundesrat zugestimmt haben und das Gesetz verkündet ist. Der Bundestag soll in der Sitzungswoche vom 21. bis 25. September abstimmen, der Bundesrat am 25. September (Netz-Trends). Bis dahin gilt der alte Steuersatz; wer am 30. September tankt, zahlt den vollen Preis.
Heizöl ist in den bisher veröffentlichten Beschlüssen nicht enthalten: Die Senkung betrifft die Energiesteuer auf Kraftstoffe, nicht auf leichtes Heizöl. Was ein Liter Heizöl heute kostet, steht auf unserer Seite Heizölpreis heute.
2. Wie viel davon an der Zapfsäule ankommt
Die ehrliche Antwort kommt aus dem Frühjahr: Beim Tankrabatt vom 1. Mai bis 30. Juni 2026 (14,04 Cent Energiesteuer, rund 17 Cent brutto, 1,6 Milliarden Euro) kamen laut dem Quartalsbericht der Markttransparenzstelle des Bundeskartellamts vom 10. Juli 2026 beim Diesel 13,8 von 16,7 Cent an, das sind 82,6 Prozent, beim Super E5 13,0 Cent oder 77,8 Prozent (Netz-Trends). Die Margen an den Tankstellen stiegen im selben Zeitraum um rund 3,3 Cent je Liter beim Diesel und 1,9 Cent beim Super E5. ZDFheute fasst es auf „rund 80 Prozent“ zusammen.
Übertragen auf Oktober: Von 17 Cent dürften nach dem Frühjahrsmuster 13 bis 14 Cent bei dir ankommen, wenn sich die Branche ähnlich verhält. Der ADAC fordert die vollständige Weitergabe und will in die Ausgestaltung des Preisdeckels einbezogen werden (ADAC, September 2026). Ob es diesmal mehr wird, entscheidet sich in den ersten Oktobertagen an den Preistafeln, nicht im Gesetz.
| Rabatt | Zeitraum | Energiesteuer | brutto | angekommen (Diesel) |
|---|---|---|---|---|
| Frühjahr 2026 | 01.05.–30.06.2026 | −14,04 Ct | ≈ 17 Ct | 13,8 von 16,7 Ct (82,6 %), Bundeskartellamt 10.07.2026 |
| Herbst 2026 | 01.10.–31.12.2026 | −14 Ct | ≈ 17 Ct | offen, Messung ab 1. Oktober |
Wie Steuersenkungen und Rohölbewegungen durch die Preiskette laufen, erklärt unser Lexikonbeitrag zum Pass-through-Effekt; die Steuerbestandteile selbst stehen unter Energiesteuer.
3. Was der Rabatt für deinen Tank bedeutet
Bei vollen 17 Cent spart eine 50-Liter-Füllung 8,50 Euro; bei den 13,8 Cent des Frühjahrs sind es 6,90 Euro. Wer im Quartal 375 Liter tankt, das entspricht 1.500 Litern im Jahr, spart in den drei Monaten zwischen 51,75 und 63,75 Euro. Ausgangspunkt ist der Rekordstand vom 17. September 2026: Super E10 2,308 Euro, Diesel 2,471 Euro je Liter (ADAC). Ein Diesel bei 2,47 Euro läge nach vollem Rabatt bei 2,30 Euro, nach dem Frühjahrsmuster bei 2,33 Euro. Das ist eine spürbare, aber keine große Entlastung: Der Wochenanstieg beim Diesel betrug allein in der Woche zum 15. September 10,1 Cent (ADAC).
Drei praktische Folgen. Erstens: Am 30. September nur so viel tanken, wie bis zum 1. Oktober nötig ist, sofern der Bundesrat am 25. September zustimmt. Zweitens: In den ersten Oktobertagen die Preise vergleichen; im Frühjahr gaben nicht alle Anbieter gleich schnell weiter. Drittens: Nicht auf den Rabatt bauen, wenn der Rohölpreis weiter steigt; 17 Cent entsprechen bei einem Wechselkurs von 1,14 Dollar je Euro (HeizOel24.at, 22. September 2026) etwa 30 Dollar je Barrel Brent, und Brent hat zwischen dem 1. Juli und dem 17. September 2026 mehr als das gutgemacht (71,57 Dollar am 1. Juli, 104,33 Dollar am 18. September; Wikipedia, Fortune).
Was der Rabatt in deinem Jahresbudget bewirkt, siehst du in einer Minute: Kilometer, Verbrauch, Kraftstoff.
Meine Spritkosten berechnen4. Der Preisdeckel ab 2027: was bekannt ist
Die Bundesregierung will spätestens zum 1. Januar 2027 einen Spritpreisdeckel nach dem Vorbild Luxemburgs und Belgiens einführen (ZDFheute, 19. September 2026). In beiden Ländern legt der Staat auf Basis der Rotterdamer Produktnotierungen Höchstpreise fest, die Tankstellen nicht überschreiten dürfen. Das Wirtschaftsministerium nennt bislang keinen festen Zeitplan und betont zwei Dinge: Die Maßnahme soll befristet sein, und die Versorgungssicherheit müsse gewährleistet bleiben. Mehr ist nicht beschlossen, weder ein Deckelpreis noch der Mechanismus.
Wirtschaftswissenschaftler kritisieren beide Instrumente als wenig zielgenau, weil sie Vielfahrer mit großem Auto stärker entlasten als Haushalte ohne Wagen (ZDFheute). Der Rabatt ist damit ein Preisinstrument, keine Sozialleistung. Wer mit einem Ölkessel heizt, hat davon nichts; was für den Winter zu erwarten ist, steht in der Heizölpreis-Prognose und in der Spritpreis-Prognose.