Wochenbericht KW 43/2026

Ölpreis-Lage KW 43: Brent so hoch wie seit Mai nicht, und der Krieg rückt an Saudi-Arabiens Ölanlagen heran

Weltkarte mit den Meerengen, Pipelines und Häfen der Ölversorgung, Stand 22. Oktober 2026

Die Woche vom 15. bis 22. Oktober hat den Krieg näher an die Ölanlagen am Golf gebracht und zugleich die Reserven in Bewegung gesetzt. Nach der britischen UKMTO gab es im Oktober bis zum 21. bereits 32 Angriffe auf Schiffe rund um die Arabische Halbinsel, gegen 16 im ganzen September. In Saudi-Arabien töteten am 21. Oktober Trümmer einer abgefangenen Drohne am Ölfeld Shaybah zwei Menschen, am Abend wurde der Flughafen von Dammam angegriffen, und das US-Außenministerium ordnete die Ausreise von nicht notwendigem Personal an. In Russland ist die Energiewaffenruhe vorbei: Präsident Selenskyj sagte am 15. Oktober, Kiew sei damit fertig, am 18. Oktober trafen Drohnen nach Angaben des Gouverneurs das Ölterminal St. Petersburg. Zugleich werden die Reserven weiter geöffnet: Die IEA beschleunigt die restlichen rund 100 Millionen Barrel ihrer Freigabe, der Bundesrat senkte die deutsche Pflichtbevorratung vorübergehend von 90 auf 82 Tage, und Washington verleiht Heizöl aus seiner Reserve im Nordosten. Brent schloss am 16. Oktober bei 109,86 US-Dollar, dem höchsten Schlusskurs seit dem 19. Mai, erreichte am 20. Oktober im Handel 111,99 Dollar und stand am Morgen des 22. Oktober bei 111,64 Dollar.

1. Was in dieser Woche passiert ist

Am 15. Oktober meldete das russische Verteidigungsministerium einen ukrainischen Angriff auf die Raffinerie Rjasan, abstürzende Drohnentrümmer hätten einen Brand ausgelöst. Präsident Selenskyj sagte der Financial Times, Kiew sei mit der Energiewaffenruhe fertig, die Angriffe auf Raffinerien gingen weiter; Präsident Trump nannte die Angriffe eine Schande, die den Ölpreis nach oben treibe (Al Jazeera, 15.10.2026). Am selben Tag beschloss der Verwaltungsrat der IEA, die restlichen rund 100 Millionen Barrel der Freigabe vom März beschleunigt abzugeben, darunter über 20 Millionen Barrel Diesel so bald wie möglich. Brent schloss bei 105,92 US-Dollar (Reuters via Euronext Live, 15.10.2026).

Am 16. Oktober schloss Brent um 3,94 Dollar höher bei 109,86 US-Dollar, dem höchsten Schlusskurs seit dem 19. Mai. Reuters nennt als Gründe die Sorge vor einer Eskalation, eine Rakete Richtung Yanbu, die die saudisch geführte Koalition abfing, die Angriffe bei Hormus, den Angriff auf Rjasan, wo eine Hauptdestillationsanlage stillsteht, und Zweifel an den russischen Dieselmengen (Reuters via Investing.com, 16.10.2026). Der Bundesrat billigte die Verordnung, mit der die deutsche Pflichtbevorratung vorübergehend von 90 auf 82 Tage sinkt. Präsident Trump setzte per Dekret die Russland-Bestimmungen des Graham-Gesetzes aus (ABC News, 17.10.2026).

Am 17. Oktober zog die UKMTO Bilanz: In der Woche bis zum 16. Oktober wurden mindestens zwölf Schiffe angegriffen, eines sank, zwei wurden manövrierunfähig. Das US-Zentralkommando CENTCOM erklärte, das gesunkene Containerschiff GFS Pride sei von einem Geschoss der Revolutionsgarden getroffen worden und nicht von einer Mine; die Revolutionsgarden meldeten ihrerseits Minentreffer bei Tankern, unabhängig bestätigt ist das nicht (Al Jazeera, 17.10.2026). Am 18. Oktober hob das Lagezentrum JMIC die Bedrohung im Arabischen Golf auf erheblich an und zählte seit dem 1. März 153 bestätigte Vorfälle. In Russland trafen ukrainische Drohnen nach Angaben von Gouverneur Beglow das Ölterminal St. Petersburg und das Depot Ruchi.

Am 19. Oktober gab Brent um 31 Cent auf 109,55 US-Dollar nach. Eine Kpler-Notiz bezifferte die Rohölströme aus dem Golf für die Vorwoche auf rund 8,5 Millionen Barrel am Tag im Siebentageschnitt (Reuters via The Star, 19.10.2026). Am 20. Oktober meldeten die Huthi Angriffe auf eine Aramco-Anlage in Yanbu, das Ölfeld Shaybah und die Flughäfen von Riad und Abha; Saudi-Arabien bestätigte das nicht, Reuters konnte es nicht überprüfen. Brent stieg im Handel bis 111,99 Dollar, den höchsten Stand seit fünf Monaten, und schloss nach dem Treffen von Präsident Pezeshkian mit Pakistans Armeechef Munir bei 108,79 Dollar (Reuters via Business Recorder, 21.10.2026). Rund 30 Seemeilen südöstlich von Al Faw im Irak wurde ein Tanker von einem unbekannten Geschoss getroffen, ohne Schaden.

Am 21. Oktober wurde rund elf Seemeilen westlich von Bukha in Oman ein Tanker getroffen, das Feuer wurde gelöscht. Am Ölfeld Shaybah töteten Trümmer einer abgefangenen Drohne zwei Menschen, am Abend wurde der Flughafen King Fahd in Dammam angegriffen, mit mindestens einem Toten und acht Verletzten. Das US-Außenministerium ordnete die Ausreise von nicht notwendigem Personal und Familien aus Saudi-Arabien an, das US-Energieministerium bot Darlehen von bis zu 315.000 Barrel Heizöl aus seiner Reserve im Nordosten an, und Vizepremier Nowak kündigte für den 22. Oktober den ersten russischen Dieseltanker in die USA an. Brent schloss bei 108,82 Dollar. Am 22. Oktober beanspruchte die Marine der Revolutionsgarden Treffer auf sieben Schiffe, unbestätigt; Brent stieg im asiatischen Handel bis 06:26 Uhr GMT auf 111,64 Dollar (Reuters via Business Recorder, 22.10.2026).

2. Hormus: doppelt so viele Angriffe wie im September, und die Zahlen zum Durchfluss gehen weit auseinander

Die britische UKMTO zählt im Oktober bis zum 21. bereits 32 Angriffe auf Schiffe rund um die Arabische Halbinsel, gegen 16 im ganzen September (Bloomberg via gCaptain, 21.10.2026). In der Woche bis zum 16. Oktober lagen nach der UKMTO 10 von 12 Angriffen in der Straße von Hormus, je einer im Persischen Golf und im Golf von Oman; die wahre Zahl sei schwer zu erfassen, weil sich die meisten angegriffenen Schiffe nicht melden. Die Angriffe reichen inzwischen weit über die Meerenge hinaus: am 16. Oktober ein Tanker rund 68 Seemeilen nordöstlich von Jubail, am 18. Oktober ein Schlepper vor Khor Fakkan, am 20. Oktober ein Tanker vor Al Faw im Irak, am 21. Oktober ein Tanker westlich von Bukha in Oman. Einen Urheber nennen die Meldungen nicht. Das Containerschiff GFS Pride, am 13. Oktober nach einem Angriff in Brand geraten, ist gesunken; Singapurs Hafenbehörde bestätigte das am 14. Oktober, alle 21 Besatzungsmitglieder wurden unverletzt evakuiert. Iran sprach ohne Beleg von einer Mine, CENTCOM am 17. Oktober von einem Geschoss der Revolutionsgarden (gCaptain, 14.10.2026; Al Jazeera, 17.10.2026). Das Lagezentrum JMIC stuft die Bedrohung in der Straße weiter als schwer ein und hat den Arabischen Golf am 18. Oktober auf erheblich angehoben, begründet mit vier Angriffen seit dem 7. Oktober, die es Iran zuschreibt.

Beide Seiten beanspruchen die Kontrolle. CENTCOM-Chef Cooper sprach am 17. Oktober von 400 Schiffen und 100 Millionen Barrel in einer Woche, die Straße werde von den USA und regionalen Partnern kontrolliert, nicht von Iran. Die Revolutionsgarden meldeten am 17. und 18. Oktober Tanker, die auf Minen gelaufen seien, darunter einen Supertanker auf einer nicht genehmigten Route, und am 22. Oktober Treffer auf vier Schiffe beim illegalen Ölumschlag im nördlichen Golf sowie drei weitere Minentreffer westlich der Meerenge. Unabhängig bestätigt ist keine dieser Meldungen; für die Minenmeldung vom 17. Oktober fand das JMIC keinen Beleg (gCaptain, 21.10.2026). CENTCOM und die Revolutionsgarden sind Konfliktparteien. Irans Erster Vizepräsident Aref sagte, Iran habe keine Wahl, als die Kontrolle über Hormus durchzusetzen (Bloomberg via The Irish Times, 20.10.2026).

Wie viel Öl trotzdem durchkommt, beurteilen die Datendienste sehr verschieden. Für die Woche bis zum 18. Oktober nennt Kpler 24,6 Millionen Barrel Rohöl und Kondensat am Tag aus dem Persischen Golf, ein Wochenhoch, Vortexa 18 Millionen; beide setzen das Vorkriegsniveau mit mindestens 18,5 Millionen an. Eine Kpler-Notiz vom 16. Oktober hatte für die Woche davor rund 8,5 Millionen Barrel am Tag im Siebentageschnitt genannt, eine andere Kpler-Auswertung für die sieben Tage bis zum 13. Oktober 11,6 Millionen, rund 68 Prozent einer Vorkriegsbasis von 17,1 Millionen. US-Energieminister Wright sieht die Rohölströme aus dem Golf bei rund 80 Prozent des Vorkriegsniveaus. Diese Werte messen Verschiedenes und lassen sich nicht gegeneinander aufrechnen; vorläufige Werte werden nach Kpler später nach oben korrigiert. Diplomatisch bewegt sich wenig Sichtbares: Außenminister Araghchi sagte am 21. Oktober, die Gespräche mit den USA liefen über Pakistan und Katar weiter, die Amerikaner hätten den Bedingungen zugestimmt, wollten aber Klauseln ergänzen (Arab News Pakistan, 21.10.2026). Das ist die iranische Darstellung, Washington hat sie nicht bestätigt. Strittig ist die Reihenfolge: Die USA wollen zuerst über das Atomprogramm sprechen, Iran zuerst über Hormus und die Lockerung des Drucks.

3. Saudi-Arabien: Drohnen am Ölfeld Shaybah, Angriff auf Dammam, Washington zieht Personal ab

Der Krieg ist in dieser Woche näher an die saudischen Ölanlagen gerückt. Am 16. Oktober fing die saudisch geführte Koalition nach eigenen Angaben eine ballistische Rakete Richtung Yanbu ab, am selben Tag wurde der Tanker ST3 rund 68 Seemeilen nordöstlich von Jubail getroffen. Am 20. Oktober meldeten die Huthi Angriffe auf eine Aramco-Anlage in Yanbu, das Ölfeld Shaybah und die Flughäfen von Riad und Abha; Saudi-Arabien bestätigte das nicht (Reuters via Lufkin Daily News, 20.10.2026). Am 21. Oktober töteten Trümmer einer abgefangenen Drohne am Ölfeld Shaybah zwei Menschen, einen Philippiner und einen Nepalesen, zwei weitere wurden verletzt. Nach dem Energieministerium war die Drohne auf die Anlage gerichtet, außerhalb brannte ein Fahrzeug eines Auftragnehmers, der Betrieb sei nicht beeinträchtigt; einen Urheber nennt das Ministerium nicht (The National, 21.10.2026). Am Abend wurde der King Fahd International Airport in Dammam angegriffen, mit mindestens einem Toten und acht Verletzten (saudische Luftfahrtbehörde, Reuters); ein Bekenntnis liegt nicht vor.

Das US-Außenministerium ordnete am 21. Oktober die Ausreise von nicht notwendigem Personal und Familienangehörigen aus Saudi-Arabien an. Sprecher Pigott sagte, die von Iran unterstützten Huthi hätten ihre Feindseligkeiten gegen Saudi-Arabien verstärkt; nach Angaben von Beamten verringert das US-Militär leise seine Präsenz in der Region. Iran bestreitet eine Rolle (CBS News, 21.10.2026). Im Jemen wurden bei einem Raketenangriff der Huthi auf ein Ausbildungslager der Regierung in der Provinz Schabwa am 19. Oktober nach Reuters 58 Menschen getötet. Der Flughafen Riad ist seit dem 18. Oktober eingeschränkt wieder offen, jeder Flug braucht eine vorherige Genehmigung der Luftfahrtbehörde, Lufthansa hat ihre Flüge bis zum 18. November ausgesetzt (Aerospace Global News, 19.10.2026).

An den Verladungen ist der Druck nur ausschnittweise abzulesen. Am größten saudischen Golfterminal luden nach einer Bloomberg-Auswertung von Satellitenbildern am 12. und 13. Oktober fünf Supertanker, am 20. Oktober einer (Bloomberg via gCaptain, 21.10.2026). Für den Nachbarn Irak meldet Bloomberg dagegen hohe Ausfuhren, im Oktober über 3,4 Millionen Barrel am Tag (via The Irish Times, 20.10.2026).

4. Russland: Die Energiewaffenruhe ist vorbei, der erste Dieseltanker fährt in die USA

Die von Präsident Trump verkündete Energiewaffenruhe zwischen Russland und der Ukraine ist vorbei. Am 15. Oktober meldete das russische Verteidigungsministerium einen ukrainischen Drohnenangriff auf die Raffinerie Rjasan; nach Reuters legte die Raffinerie danach eine Hauptdestillationsanlage still. Präsident Selenskyj sagte der Financial Times, Kiew sei mit der Energiewaffenruhe fertig, Präsident Trump nannte die Angriffe eine Schande, die den Weltölpreis nach oben treibe. Am 18. Oktober trafen ukrainische Drohnen nach Angaben von Gouverneur Beglow das Ölterminal St. Petersburg und das Depot Ruchi, ein Mensch starb, fünf wurden verletzt; das russische Verteidigungsministerium meldete 1.015 abgewehrte Drohnen über 15 Regionen. Selenskyj sagte, Russland habe seit Trumps Ankündigung 76-mal Energie-, Öl- und Gasanlagen angegriffen (Al Jazeera, 19.10.2026). Ob die Ausfuhr über die Ostseehäfen beeinträchtigt ist, ist nicht belegt.

Beim Diesel bewegt sich dagegen etwas. Am 13. Oktober wurde in Primorsk ein Tanker mit rund 40.000 Tonnen Diesel beladen, Ziel Marokko (LSEG-Daten); Kremlsprecher Peskow sagte am 15. Oktober, der Diesel erreiche die Weltmärkte (The Moscow Times, 15.10.2026). Wie niedrig der Ausgangspunkt ist, zeigt eine Bloomberg-Auswertung von Vortexa-Daten: Vom 1. bis 10. Oktober lagen die russischen Dieselausfuhren auf See bei 146.000 Barrel am Tag, dem schwächsten Wert der Reihe seit Anfang 2016. Am 16. Oktober setzte Präsident Trump per Dekret die Russland-Bestimmungen des Graham-Gesetzes aus, darunter Zölle von bis zu 500 Prozent auf russisches Öl und Gas; Selenskyj sagte, das helfe nur den Russen, auch Republikaner kritisierten den Schritt (ABC News, 17.10.2026). Am 21. Oktober kündigte Vizepremier Nowak an, der erste russische Dieseltanker gehe am 22. Oktober mit 40.000 Tonnen in die USA, weitere sollten folgen; der US-Sondergesandte Witkoff sprach von mehreren Tankern in Vorbereitung (Al Jazeera, 21.10.2026).

Wie es weitergeht, ist offen. Das russische Ausfuhrverbot für Diesel gilt für Produzenten bis zum 31. Oktober, eine Entscheidung für die Zeit danach steht aus. Am Markt wirkte am 21. Oktober eher die Aussicht auf Gespräche über die Ukraine: Nach Reuters drückte sie den Ölpreis an diesem Tag.

5. Reserven und Preise: was bei Heizöl und Diesel ankommt

Die Reserven werden schneller geöffnet. Der Verwaltungsrat der IEA stellte am 15. Oktober fest, dass aus der Gemeinschaftsaktion vom März rund 330 Millionen Barrel freigegeben sind; die verbleibenden rund 100 Millionen Barrel sollen beschleunigt folgen, darunter über 20 Millionen Barrel Diesel so bald wie möglich. Das ist der Rest der Zusage über 400 Millionen Barrel, keine zusätzliche Menge. In Deutschland billigte der Bundesrat am 16. Oktober die Verordnung von Wirtschaftsministerin Reiche: Die Pflichtbevorratung sinkt vorübergehend von 90 auf 82 Tage, freigegeben werden die verbleibenden rund 16 Millionen Barrel des deutschen Anteils von rund 19,5 Millionen, zuerst Diesel und Heizöl, dann Rohöl. Mengen je Produkt nennt die Verordnung nicht, der Erdölbevorratungsverband bietet nach Marktlage an, und ob alles abgenommen wird, ist offen; im März wurden von 600.000 Tonnen rund 470.000 abgenommen (Reuters via onvista, 16.10.2026). In den USA bietet das Energieministerium Darlehen von bis zu 315.000 Barrel Heizöl aus der Reserve im Nordosten an, Lieferungen bis zum 13. November; die Reserve umfasst 1 Million Barrel und wurde seit Hurrikan Sandy 2012 erst einmal genutzt (Reuters via KFGO, 21.10.2026).

Bei den Verbraucherpreisen ist das Bild gemischt. Heizöl kostete in Deutschland nach HeizOel24 am 22. Oktober im Landesschnitt 171,94 Euro je 100 Liter, 0,83 Prozent weniger als am Vortag, nach 173,83 Euro am 20. Oktober. Für Österreich nennt HeizOel24 am 20. Oktober 182,58 Euro je 100 Liter, für die Schweiz heizoel24.ch 174,51 Franken. In Frankreich kostete fioul ordinaire nach prixfioul.fr am 20. Oktober 1.859 Euro je 1.000 Liter, in Spanien Gasóleo C nach calienteybarato.com am 19. Oktober 1,750 Euro je Liter. Die Zahlen der Portale sind untereinander nicht direkt vergleichbar, weil Erhebung und Abnahmemenge verschieden sind. In Deutschland kommt das Niedrigwasser hinzu: Der Rheinpegel Kaub lag am Abend des 19. Oktober bei 16 Zentimetern, am 1. Oktober bei minus 6 Zentimetern, dem tiefsten Stand seit Messbeginn; Anfang Oktober waren in mehreren Städten im Westen zeitweise Zapfsäulen leer, vor allem bei Diesel, der Branchenverband en2x spricht von gesicherter Versorgung (Berliner Zeitung, 20.10.2026). In Frankreich hatten am Abend des 18. Oktober 16,2 Prozent der Tankstellen kein Gazole oder kein E10 (Selectra, 20.10.2026). Für Oktober bis Dezember zahlt der französische Staat eine zweite Tankhilfe von 100 Euro an Haushalte mit einem Referenzeinkommen 2024 von höchstens 22.770 Euro je Steueranteil; wer sie von April bis September bekam, erhält sie seit dem 16. Oktober automatisch, alle anderen können ab dem 27. Oktober einen Antrag stellen (impots.gouv.fr). TotalEnergies gewährt eigenen Kunden vom 1. November 2026 bis zum 31. Januar 2027 einen Nachlass von 200 Euro je Kubikmeter Heizöl, also 20 Cent je Liter; Einzelheiten wie Mindestmenge und Lieferdatum sind offen (Selectra, 14.10.2026).

In den USA kostete Heizöl für Haushalte nach der EIA in der Woche zum 19. Oktober im Schnitt 6,190 US-Dollar je Gallone ohne Steuern, nach 6,138 Dollar eine Woche zuvor, im Bundesstaat New York 6,417 Dollar. Diesel kostete an der Zapfsäule nach AAA 6,31 Dollar je Gallone, nach 6,51 Dollar einen Monat zuvor (Al Jazeera, 21.10.2026). Die Rohölbestände sanken in der Woche bis zum 16. Oktober um 3,06 Millionen auf 412,5 Millionen Barrel, erwartet war ein Rückgang um 0,82 Millionen; die Destillatbestände stiegen um 1,68 Millionen Barrel (EIA via Reuters).

6. Häufige Fragen zur Lage in KW 43

Warum steigt Brent, obwohl Kpler wieder mehr Öl aus dem Golf meldet?
Weil die Zahlen zum Durchfluss weit auseinandergehen und die Marktberichte andere Gründe nennen. Kpler nennt für die Woche bis zum 18. Oktober 24,6 Millionen Barrel am Tag, Vortexa 18 Millionen, eine Kpler-Notiz vom 16. Oktober für die Woche davor rund 8,5 Millionen; die Werte messen Verschiedenes. Den Anstieg am 22. Oktober auf 111,64 Dollar begründet Reuters mit der Drohne bei Shaybah, dem Angriff auf den Flughafen Dammam, dem Abzug von US-Familien, dem Abbau der US-Lager, der Freigabe aus der Heizölreserve und den Meldungen der Revolutionsgarden. Gedrückt haben zwischendurch Gesprächssignale: am 20. Oktober das Treffen von Präsident Pezeshkian mit Pakistans Armeechef, am 21. Oktober die Aussicht auf Fortschritte bei Gesprächen über die Ukraine.
Ist die Energiewaffenruhe zwischen Russland und der Ukraine vorbei?
Nach Kiew ja. Präsident Selenskyj sagte am 15. Oktober der Financial Times, Kiew sei damit fertig. Am selben Tag meldete Russland einen Angriff auf die Raffinerie Rjasan, am 18. Oktober trafen Drohnen das Ölterminal St. Petersburg. Selenskyj wirft Russland 76 Angriffe auf Energie-, Öl- und Gasanlagen seit Trumps Ankündigung vor. Ob die russischen Ausfuhren über die Ostseehäfen darunter leiden, ist nicht belegt; nach Vizepremier Nowak geht am 22. Oktober der erste russische Dieseltanker in die USA.
Was bringt die Freigabe aus den Reserven für Heizöl in Deutschland?
Mehr Ware, aber keine feste Menge. Mit der Verordnung vom 16. Oktober sinkt die Pflichtbevorratung vorübergehend von 90 auf 82 Tage, freigegeben werden rund 16 Millionen Barrel, zuerst Diesel und Heizöl, dann Rohöl. Mengen je Produkt nennt die Verordnung nicht, der Erdölbevorratungsverband bietet nach Marktlage an, ob alles abgenommen wird, ist offen. Im März wurden von 600.000 Tonnen rund 470.000 abgenommen. Heizöl kostete am 22. Oktober im Landesschnitt 171,94 Euro je 100 Liter (HeizOel24).
Was sollte ich in den nächsten Wochen beobachten?
Fünf Termine. Am 27. Oktober wird in Israel gewählt, und in Frankreich können Haushalte, die die Tankhilfe nicht automatisch bekommen, ab diesem Tag einen Antrag stellen. Am 28. Oktober veröffentlicht die US-Energiebehörde EIA die nächsten Heizölpreise für Haushalte. Am 31. Oktober endet das russische Dieselausfuhrverbot für Produzenten, ob es verlängert wird, ist offen. Am 3. November wird in den USA gewählt.

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