1. Kommt das Klimageld 2026?
Nein. Ein Klimageld gibt es 2026 nicht. Der Bundestag hat am 20. März 2026 einen Antrag der Linksfraktion für ein sozial gestaffeltes Klimageld abgelehnt, CDU/CSU, AfD und SPD stimmten dagegen, Grüne und Linke dafür (Bundestag, Antrag Drucksache 21/789, Beschlussempfehlung Drucksache 21/4377). Bemerkenswert daran: Ein Klimageld steht im Koalitionsvertrag von Union und SPD, und Bundeskanzler Friedrich Merz hatte es im Wahlkampf angekündigt. Trotzdem zahlt der Bund für 2026 kein pauschales Klimageld aus.
Statt eines Klimagelds setzt die Koalition auf indirekte Entlastungen bei Strom und Netzentgelten, die weiter unten im Detail stehen. Wenn du auf ein Klimageld gewartet hast, ändert sich dadurch nichts an deiner Steuererklärung oder deinem Konto, es kommt schlicht keine Auszahlung. Einen Klimageld-Rechner kann es deshalb nicht geben, es gibt keinen beschlossenen Betrag; was sich rechnen lässt, ist der CO2-Preis-Anteil in deinem Heizölpreis, siehe unten.
2. Die Idee hinter dem Klimageld
Seit 2021 erhebt Deutschland über das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) einen CO2-Preis auf Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel. Die Idee eines Klimagelds war, diese Einnahmen pro Kopf an alle Bürgerinnen und Bürger zurückzuzahlen, unabhängig von Einkommen oder Verbrauch. Wer wenig heizt oder fährt, hätte am Ende sogar mehr zurückbekommen, als er über den CO2-Preis zahlt, wer viel verbraucht, entsprechend weniger.
Genau mit diesem Argument begründete die Linksfraktion ihren Antrag im März 2026: Die CO2-Bepreisung habe seit ihrer Einführung 2021 "problematische soziale Folgen" und entfalte "nur eine begrenzte Klimawirkung", solange die Einnahmen nicht an die Haushalte zurückfließen. Der Antrag scheiterte an der Mehrheit von CDU/CSU, AfD und SPD, die Ablehnung folgte der Beschlussempfehlung des Umweltausschusses zum Antrag Drucksache 21/789, Beschlussempfehlung Drucksache 21/4377 vom 25.02.2026.
Der CO2-Preis selbst bleibt davon unberührt: Er steigt planmäßig weiter und ist im Lexikonbeitrag CO2-Abgabe erklärt.
3. Klimageld-Rechner 2026: warum es keinen gibt und was sich stattdessen rechnen lässt
Wichtig: Diese Rechnung ist rein hypothetisch. Es gibt weder ein beschlossenes Klimageld noch einen gesetzlich festgelegten Betrag für 2026. Als Rechengrundlage dient hier ausschließlich der Betrag von 320 Euro pro Kopf und Jahr, der im Frühjahr 2026 in mehreren Medien als möglicher Wert diskutiert wurde (Basicthinking, 08.04.2026). Ob dieser Betrag realistisch gewesen wäre oder wie ein tatsächliches Klimageld ausgesehen hätte, ist offen. Die folgende Tabelle zeigt nur die reine Multiplikation nach Haushaltsgröße, keine Prognose und keine Zusage.
| Haushaltsgröße | Diskutierter Betrag (320 €/Kopf, hypothetisch, nicht beschlossen) |
|---|---|
| 1 Person | 320 € |
| 2 Personen | 640 € |
| 3 Personen | 960 € |
| 4 Personen | 1.280 € |
Zum Vergleich: Eine Tankfüllung Heizöl von 3.000 Litern kostete zum Preis von 155,0 Ct/L (Tecson, Stand 10.09.2026) rund 4.650 Euro, darin enthalten ist unter anderem der CO2-Preis nach BEHG. Selbst der diskutierte Betrag von 1.280 Euro für einen 4-Personen-Haushalt hätte diese Kosten also nicht annähernd gedeckt, sondern nur einen Teil der CO2-Komponente ausgeglichen, und das unabhängig davon, wie viel der Haushalt tatsächlich heizt.
4. Was stattdessen entlastet
Statt eines pauschalen Klimagelds setzt die Bundesregierung für 2026 auf mehrere indirekte Entlastungen bei den Energiekosten:
- Übernahme der Netzentgelte: Der Bund übernimmt 6,5 Milliarden Euro der Netzentgelte, um den Strompreis zu senken (Bundesregierung, "Niedrigere Netzentgelte für 2026").
- Dauerhafte Stromsteuersenkung: Die abgesenkte Stromsteuer bleibt fester Bestandteil des Entlastungspakets.
- Wegfall der Gasspeicherumlage: Sie entfällt und wirkt sich sowohl auf Gas- als auch auf Strompreise aus.
Die Bundesregierung beziffert die Entlastung durch das niedrigere Netzentgelt 2026 auf rechnerisch rund 100 Euro bei 3.500 Kilowattstunden Stromverbrauch (bundesregierung.de); die Stuttgarter Zeitung nannte am 01.11.2025 unter Berufung auf die Bundesregierung für das Gesamtpaket bis zu 150 Euro im Jahr. Beide Zahlen stammen aus unterschiedlichen Rechnungen, deshalb nennt diese Seite sie als Bandbreite statt eines einzelnen Betrags. Für Haushalte, die vor allem mit Heizöl heizen, wirkt sich davon in erster Linie die Stromentlastung aus, nicht der Heizölpreis selbst.
Der Bundeszuschuss zu den Netzentgelten liegt laut Bundesregierung bei 6,5 Milliarden Euro für 2026 und soll danach auf rund 5,5 Milliarden Euro jährlich für die Jahre 2027 bis 2029 sinken. Für einen Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch entspricht das rechnerisch weiterhin rund 100 Euro Entlastung beim Netzentgelt, solange der Zuschuss in dieser Größenordnung fortgeführt wird, eine über 2029 hinausgehende Zusage gibt es dafür nicht.
5. CO2-Preis 2026: was er für dein Heizöl bedeutet
Der CO2-Preis nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) liegt 2026 bei 65 Euro pro Tonne CO2. Auf Heizöl umgerechnet macht das netto rund 17 Cent pro Liter aus, ein fester Bestandteil jedes Liters, den du beim Tankwagen bezahlst. Für 2027 ist ein Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne vorgesehen, ab 2028 löst der europäische Emissionshandel ETS 2 das nationale System ab.
Genau dieser CO2-Anteil ist der Teil deiner Heizkosten, den ein Klimageld hätte ausgleichen sollen. Ohne Klimageld bleibt er eine feste Zusatzbelastung, die mit dem CO2-Preis steigt, unabhängig davon, wie stark Rohölpreise oder die Lage rund um die Straße von Hormuz den Rest deines Heizölpreises treiben. Den aktuellen Preisstand für Deutschland zeigt die Seite Heizölpreis-Prognose.
Der Mechanismus dahinter: Der nationale CO2-Preis nach BEHG wird pro Tonne ausgestoßenem CO2 erhoben und über den Brennstoffhandel an der Zapfsäule beziehungsweise beim Tankwagen weitergegeben. Bei 65 Euro pro Tonne 2026 ergibt das rund 17 Cent pro Liter Heizöl netto, bei einer 3.000-Liter-Bestellung damit rund 510 Euro CO2-Preis-Anteil an der Gesamtrechnung. Der für 2027 vorgesehene Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne bedeutet, dass dieser Anteil im kommenden Jahr nicht zwingend weiter steigen muss, aber auch nicht sinken wird, solange sich der Gesetzgeber im oberen Teil des Korridors bewegt. Ab 2028 übernimmt der europäische Emissionshandel ETS 2 die Funktion des nationalen Systems, mit ersten Frühauktionen ab Januar 2027, was den Preis dann stärker an die Marktnachfrage in der gesamten EU koppelt statt an einen politisch festgelegten deutschen Fixpreis.
6. Was du selbst tun kannst
Auch ohne Klimageld kannst du den CO2-Anteil an deinen Heizkosten selbst nachrechnen und gezielt gegensteuern:
- Mit dem CO2-Preis-Heizöl-Rechner siehst du, wie viel von deinem aktuellen Heizölpreis allein auf den CO2-Preis entfällt und wie sich das bei 55 bis 65 Euro pro Tonne verändert.
- Wer über eine Wärmepumpe nachdenkt, findet im Wärmepumpen-Förderrechner, welche Förderung 2026 realistisch ist, denn eine Wärmepumpe zahlt keinen CO2-Preis auf Heizöl oder Gas.
- Der Heizungsvergleich stellt Öl, Gas und Wärmepumpe über die Laufzeit gegenüber, inklusive des steigenden CO2-Preises.
Wenn du aktuell mit Heizöl heizt und noch nicht bestellt hast, lohnt sich zusätzlich ein Blick auf Heizöl jetzt kaufen oder warten, dort geht es um die Kaufentscheidung unabhängig vom Klimageld-Thema.
Rechne selbst nach, wie viel CO2-Preis in deinem Heizölpreis steckt.
Zum CO2-Preis-Heizöl-Rechner